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Hochverfgbarkeit

Immer wieder kommt die Frage auf was zu tun ist, um ein System hochverfgbar (HA) zu bekommen. Daher hier mal ein paar Punkte die zu beachten sind.

Geografische Trennung: Um eine hohe Verfgbarkeit eines Systems garantieren zu knnen, muss ein System vollstndig redundant aufgebaut sein und alle notwenigen Komponenten in zwei geografisch getrennten Rechenzentren vorhanden sein. Optimal ist hier ein Cluster mit jeweils einem aktiven Knoten in einem der Rechenzentren. Es sollte dabei jedoch sicher gestellt sein, dass jeder Knoten fr sich in der Lage ist die volle Last tragen zu knnen. Wichtig ist auch, dass alle notwendigen Dienste wie z. B. Active Directory, DNS, DHCP oder auch Zertifikatsdienste in beiden Lokationen funktionsfhig sind.

Internetanbindung: Muss die Anwendung extern zur Verfgung stehen oder bestehen Netzwerkverbindungen zu anderen Lokationen, so sollte die Anbindung der Rechenzentren ber eine redundante Netzwerkverbindung realisiert werden. Hierbei sollten mglichst unterschiedliche Provider mit eigenen Backbones verwendet werden.

Netzwerkinfrastruktur: Um eine hohe Verfgbarkeit sicher zu stellen, mssen auch alle internen Netzwerkkomponenten wie z. B. Router, Switches und Firewalls redundant ausgelegt sein bzw. mehrere Routen zu einem Ziel bestehen. Server sollten grundstzlich ber zwei Netzwerkkarten mit dem eigenen Netzwerk verbunden sein.

Stromversorgung: Ohne Strom geht nichts. Daher muss man hier bei der Planung besonders gewissenhaft vorgehen. Zuerst wird sicher gestellt, dass die Anbindung der Rechenzentren durch zwei Stromversorger mit eigener Infrastruktur erfolgt. Zudem sollte intern sicher gestellt werden, dass eine ausreichende Menge an USV’s vorhanden ist. Von den USV’s ausgehend sollten die Server ber zwei getrennte Stromkreise (z. B. Boden und Decke) angebunden werden (redundante Netzteile sollten zwischenzeitlich Standard sein). Um lngeren Ausfllen vorzubeugen ist das vorhandensein von Notstromgeneratoren unabdingbar. Fr die Versorgung der Generatoren mit z. B. Diesel, ist ein Abkommen (inkl. Reaktionszeit) mit einem Energieversorger notwendig, der im Fall der Flle schnell liefern kann.

Feuer: Da ein Feuer in kurzer Zeit sehr groe Teile der eigenen Infrastruktur zerstren kann, ist sparen hier keine gute Idee. Eine ausreichende Menge an Feuerlschern gehrt dabei zum guten Ton. In richtigen Rechenzentren sollte zudem eine aktive Feuerbekmpfung (und natrlich Meldung) installiert sein. Gas-Lschanlagen stellen hierbei die fr die elektrischen Systeme vertrglichsten Installationen da. Es sollte hierbei immer gengend Gas fr min. 2 Lschungen vorgehalten werden (Feuer knnen wieder aufflammen). Des Weiteren sollte man seinen Mitarbeitern zu Liebe optische und aktustische Warnsysteme installieren, die bei Auslsung der Lschung aktiviert werden. Will man ganz sicher gehen gibt es zustzlich noch die Mglichkeit dem Serverraum permanent Sauerstoff zu entziehen. Menschen (ausgenommen z.B. schwangere Frauen und Herzkranke) knnen in solchen Rumen ganz normal arbeiten – Feuer knnen jedoch (fast) nicht ausbrechen.

Backup: Redundanz ist kein Ersatz fr ein Backup. Ein versehentlich ausgefhrter Befehl z. B. „drop table xy“ wird auf einem redundaten System auf beiden Seiten ausgefhrt und wrde damit die Daten in der entsprechenden Tabelle lschen. Ohne Backup steht man dann vor einem sehr groen Problem. Beim Backup selbst ist zu beachten, dass man diese nicht nur in einem Rechenzentrum aufbewahren sollte, sondern diese am besten an zwei Stellen lagert.

Klimatisierung: Ein Rechenzentrum mu gekhlt werden. Insebesondere moderne Systeme wie Bladecenter geben sehr viel Wrme pro qm ab. Ein Ausfall der Klimatisierung hat somit mittelfristig i. d. R. auch den Ausfall des Rechenzentrums zur Folge. Somit sollten auch die Klimagerte redundant ausgelegt sein.

Testen, Testen, Testen: Ganz wichtig fr die Garantie einer hohen Verfgbarkeit ist das Testen. Das fngt bei Lasttests fr die Stromgeneratoren und die USV’s an und hrt beim Wiederherstellungstest von Backups noch lange nicht auf. Ganz wichtig ist auch die Dokumentation der Tests.